Buchkunst im Reithaus Weimar
In Zusammenarbeit mit der Klassik
Stiftung Weimar                     





2. Ausstellung
Buchkunst im Reithaus Weimar
28. und 29. November 2009                               


Zum zweiten Mal trafen sich in Weimar am ersten Wochenende im Advent 2009 einige der besten Buchkünstlerinnen und Buchkünstler von nationalem und internationalem Rang und präsentierten ihre Werke. Bibliophile Kostbarkeiten von hoher künstlerischer und handwerklicher Qualität wurden gezeigt: Unikate, Malerbücher, handgeschriebene Bücher, Grafiken, Monotypien, Mappenwerke und Buchobjekte. Sie wurden mit ausgewählten Materialien und in aufwändiger buchbinderischer Gestaltung hergestellt. 

Teilnehmer:
 
Hartmut Andryczuk, Hybridenverlag, Berlin
Rainer Ehrt, Edition Ehrt, Kleinmachnow
Frank Eißner, Frank Eißner - Handpresse, Leipzig
Christian Ewald, Katzengraben - Presse, Berlin - Köpenick
Tina
Flau, Atelier Tina Flau, Potsdam
Felix Martin Furtwängler, Privat - Presse, Berlin
John Gerard, John Gerard, Rheinbach
Henry Günther, Edition Balance, Gelbensande
 
Bettina Haller,          
Andrea Lange und
Birgit Reichert 
Sonnenberg - Presse, Chemnitz und Kemberg
          
Andreas Hegewald, BUCHENpresse, Dresden
Jens Henkel, Burgart - Presse, Rudolstadt
Wolfgang Henne, Wolfgang Henne, Leipzig
Rolf Lock, Edition Lock, Düren
Gudrun Illert, Atelier G, Weimar
Reinhold Nasshan, Einhand Presse, Landau / Pfalz
Dr. Caroline Saltzwedel, Hirundo-Press, Hamburg
Reinhard Scheuble, Quetsche, Verlag für Buchkunst, Witzwort
Peter Zitzmann, schPeZi - Presse, Nürnberg
































                                                                                                                            

Die 1. Ausstellung Buchkunst im Reithaus, veranstaltet im November 2007,
hat viel Spaß gemacht und war bereits ein voller Erfolg.












Presse-Echo:

TLZ, 28.10.2007
   
Ein Tag zum Ankreuzen

Weimar. (tlz) Einen Tag dick rot im Kalender anzukreuzen, dazu hat Uwe Warnke erst Anlass, wenn ein neuer Namen in seine Kundenkartei gespült wird. Oft passiert das nicht. Leute wie Warnke, die Künstlerbücher herstellen und verlegen, haben es mit einer kleinen Liebhabergemeinde zu tun. Aber immerhin: Die Kunden sind treu – und süchtig. Bei mitunter vierstelligen Preisen sind Künstlerbücher allerdings nichts, was man en passant kauft.
Ganz hoch gehängt waren die Hoffnungen also nicht, mit denen die besten Buchkünstler des Landes übers Wochenende nach Weimar gereist waren. Vielleicht war das auch nicht so wichtig, denn das Ereignis selbst - in unmittelbarer Nachbarschaft einer der schönsten Bibliotheken Europas eine Auswahl der schönsten Bücher Deutschlands zu zeigen - schien den meisten Verlockung genug zu sein. Dafür, dass Aussteller wie Warnke gar nicht damit gerechnet hatten, etwas zu verkaufen, seien die Umsätze bereits am ersten Ausstellungstag „erstaunlich" gewesen, hieß es gestern.
Zumindest in der DDR waren Künstlerbücher etwas, das, staatlich stets beargwöhnt, nur in halblegalen Umfeldern gedeihen konnte.
Eingeladen ins Reithaus waren die Buchkünstler von einer Weimarer Kollegin: Schmuckgestalterin Gudrun Illert ist noch nicht lange Teil der Szene. Vor einiger Zeit ließ sie sich durch ihre Passion, die Kalligraphie, dazu hinreißen, ein Märchenbuch zu gestalten. So fing es an, und inzwischen ist Gudrun Illert mit ihren bibliophilen Kostbarkeiten, wie die anderen Kollegen auch, Gast auf den Frankfurter Buchmessen.
Die Resonanz auf ihre Einladung nach Weimar war groß: 15 Verleger, Handpressendrucker, Papierhersteller und Künstler aus ganz Deutschland waren ihr gefolgt. Aber auch die Schar der Interessenten übertraf die Erwartungen. Am Samstag könnten es nach Einschätzung von Gudrun Illert 250 Gäste gewesen sein, die sich neugierig machen ließen. Und gestern Mittag war das Reithaus noch voller als tags zuvor. Womit die Veranstalterin nicht gerechnet hat: dass Sammler die Gelegenheit nutzten, auch von weit her anzureisen: „Ein Ehepaar aus München hatte von der Ausstellung gelesen und den Termin zum Anlass genommen, Weimar zu besuchen. Das hatte sie sich schon längst vorgenommen", freut sich die Veranstalterin über das Echo.
Nicht nur diese Premiere, die von DNT-Schauspieler Bernd Lange mit Max Frischs Ansichten über deutschen Dichterpathos gewürzt worden war, ruft nach einer Wiederholung - auch viele Besucher forderten die Neuauflage der kleinen Messe. Gudrun Illert jedenfalls denkt schon über eine Weimarer Künstlerbuch-Biennale nach.

Von Sabine Brandt